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Wider die IT-Inkompetenz

Die meisten Nutzer von Computern, Smartphones und des Internets sind keine Fachleute für Informationstechnologie. Das ist auch nicht notwendig, denn man muss auch kein Elektriker sein um einen Lichtschalter bedienen zu können und dürfen.
Angesichts der wachsenden Bedeutung, der ausufernden staatlichen Überwachung und der zunehmenden Abhängigkeit von elektronischen Systemen sollten aber grundlegende Funktionsweisen der inzwischen tagtäglich und beiläufig verwendeten Technik zumindest im Ansatz verstanden werden. Anderenfalls könnte es schnell geschehen, dass unwissentlich Geschäftsgeheimnisse, die das Kapital mittelständischer Unternehmen sind, preisgegeben werden.
Oder man wird versehentlich zum Landesverräter, wie es dem Vorsitzenden des NSA-Untersuchungsausschuss, Patrick Sensburg (CDU), ergangen ist.
»Geheimdienstuntersucher Sensburg hatte zum Schwärzen unerwünschter Zeilen im entsprechenden PFD ein unsicheres Verfahren verwenden lassen, das von den Hackern von netzpolitik.org offenbar ohne größere Mühen rückgängig gemacht werden konnte. Die Binsenweisheit, dass schwarze Balken in PDFs keineswegs die Löschung der verdeckten Information garantieren, hatte das Pentagon 2005 auf die harte Tour lernen müssen und sollte einem “Geheimdienstexperten” wie Sensburg eigentlich bekannt sein.« [1]
Dass die virtuelle Realität des Internets inzwischen weiter in unsere analoge Welt hinein reicht, als bis zum Display des permanent genutzten Smartphones, zeigt der Fall der Whistleblowerin Reality Winner.
»Nach aktuellem Kenntnisstand platzieren die meisten Druckermodelle gelbe Tracking-Punkte auf den Ausdrucken, über die sich der jeweilige Drucker und damit der Besitzer zweifelsfrei identifizieren lassen. Andere Modelle drucken Wasserzeichen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, aber beispielsweise unter UV- oder Schwarzlicht zutage treten. Offiziellen Regierungsangaben zufolge dienen die Tracking-Maßnahmen der Identifikation von Fälschern. Angesichts der aktuellen Lage der Überwachungspolitik, Prism und NSA-Sakandal scheinen die Einsatzmöglichkeiten allerdings deutlich breiter gefächert.« [2]

[1] http://www.heise.de/-3755434

[2] http://www.chip.de/news/ueberwachung-Diese-Drucker-koennen-getrackt-werden_63121041.html